Historie

  • Vor tausenden Jahren entwickelte sich in bedeutenden Hochkulturen Chinas das Modell der „Elemente“ bzw. äußerlichen Krankheitsursachen (Wasser, Holz, Metall, Erde und Feuer), die Beschreibung der seelischen, geistigen und körperlichen Konstitution (Xi und Shu) bzw. Energie (Qi, Yin und Yang) und der Säfte (Jing und Xue).
  • Durch Hippokrates von Kos (460 v.u.Z. – 370 v.u.Z.) und Galenos von Pergamon (zw. 128 u.131 – zw. 199 u. 216) wurde die Pathologie der Säfte (humores), welche im alten Ägypten als Viersäftelehre (Schleim, Blut, schwarze und gelbe „Galle“) entstand, als Dys-, Syn- bzw. Eukrasie bzw. deren fließenden Übergängen im corpus hippokraticum und canon medicinae aufgezeichnet. Sie beschrieben die Konstitution (Pykniker und Astheniker) und das Temperament (Phlegmasie, Sanguisie, Melancholie und Cholerie).
  • Methoden des Aderlasses, des Schröpfens, des Harntreibens, des Schweisstreibens, des Erbrechens und des Abführens haben sich seit dem 11. Jahrhundert nicht nur in Persien (u.a. Ibn Sina (980 – 1037)) und Europa (u.a. Hildegard von Bingen (1098- 1179)) entwickelt. Sie sind jedoch bis auf wenige Ausnahmen immer mehr in Vergessenheit geraten. Man konzentrierte sich halt in der Renaissance auf die Erkenntnisse der Organanatomie und Kreislauflehre.
  • Erst im 18. und 19. Jh wiesen Bordeu, Froriep und Reichert auf die Bedeutung des so genannten „Bindegewebes“ generell und bei Krankheiten wie Rheumatismus hin.

    Abb. 1 Zeichnung des Systems der Grundregulation nach Pischinger mit a) Epithel oder Synovialis, b) Parenchym, c) Kapillare im Endothel, d) bemarkte und unbemarkte Nervenfasern einschl. Nozizeptoren, e) Grundsubstanz mit nicht sessilen Zellen wie Fibroblasten, Mastzellen etc.
  • Im 19. Jh galt Carl von Rokitansky als letzter Vertreter der Humoralpathologie gegenüber der Zellularpathologie unter Rudolf Virchow. Es gelang noch nicht, die „Säfte“ zwischen den Zellen aufgrund der Trocknung des Gewebes beim Einfrieren, Paraffinieren bzw. Konservieren, darzustellen. [1]
  • Gustav Ricker sah Anfang des 20. Jh die Kapillaren bzw. die Endstrombahn mit perikapillärem „Begleitstreifen“ in dieser Relationspathologie im Mittelpunkt der Krankheitsentstehung durch wiederkehrende Reize der perivaskulären Sympathikus. [1]
  • Unter Hans Eppinger wurde Mitte des 20. Jh die Permeabilitätspathologie als Kompromiss definiert, wobei die nun darstellbare gestörte Permeabilität der Kapillaren „als erste Szene im ersten Akt“ der Krankheiten entspräche. [1]
  • Alfred Pischinger und das „Wiener Team“ betrachteten ab den 60ern des 20. Jh schließlich die Zelle als Abstraktion im System der Grundregulation (Abb. 1). [1,2]
  • An dieser Stelle empfiehlt es sich nicht nur die ersten Seiten des Lehrbuchs der biologischen Medizin von Hartmut Heine [1] zu studieren.

Definition

  • Als Bindegewebe wird das Zellsystem des Knochen-, Knorpel-, Gelenkanhangs- bzw. Sehnengewebes sowie Teilen des Haut- und Muskelsystems sowie der Sinnesorgane verstanden.
  • Als extrazelluläre Matrix (EZM) wird das Gewebe zwischen allen Zellen einschl. der Basalmembranen bezeichnet. Sie enthält die Grundsubstanz, welche aus Glykoproteinen (GP) wie die Strukturproteine Kollagen und Elastin, nicht-kollagenen Glykoproteinen, Proteoglykanen (PG), Glykosaminoglykanen (GAG), Enzymen wie Matrixmetalloproteinasen (MMP) und ihre Inhibitoren (TIMP) sowie matrix-gebundenen Kolloniebildenden- und Wachstumsfaktoren bestehen. [3,4]

Grundsätzliches zur Embryologie und Makro-Anatomie

  • Ab der 3. Embryonalwoche bilden sich aus dem Mesoderm über pluripotente Mesenchymzellen bzw. embryonale Stammzellen Fibroblasten, welche die Grundsubstanz produzieren und in alle Gewebe einwandern. Weiterhin bzw. parallel differenzieren sich auch Chondroblasten, Osteoblasten, Myoblasten, Glioblasten, Retikuloblasten u.a. Zellen des Blut- und Lymphsystems in Knochenmark und Lymphorganen einschl. RES., welche dann die Grundsubstanz je nach organspezifischer Anforderung produzieren und sezernieren.
  • Schließlich stellt das Bindegewebe 30% des Körpergewichtes dar, ist „ungeformt und geformt“ ubiquitär in Teil(schicht)en der Haut, des Auges und der Gefäße, allen Faszien, Kapseln und Parenchym bzw. Stroma innerer Organe, als Grenzschicht zu Schleimhäuten (Basalmembran), Hüllen von Nerven (Peri- und Endoneurium), Muskeln (Peri- und Endomysium), Sehnen (Peritenium), (un)echten Gelenken und Nähten sowie von Knorpel (Perichondrium), Knochen (Periost) bzw. in glatter, quergestreifter und Herz-Muskulatur, in allen Sehnen, in elastischem, hyalinem und Faser-Knorpel, in Geflecht- und Lamellen-Knochen und in Zahnhartgewebe bzw. Dentin zu finden.

funktionelle Anatomie bzw. Histologie

  • Die Matrix stellt eine Transitstrecke bzw. Molekularsieb zwischen der Endstrombahn (Kapillare und Lymphbahn) und jeder Zelle. [1]
  • Das Gewebswasser ist mit seinem „inneren“ Kreislauf nicht nur vom onkotischen Druck und diversen Bluteiweißen, sondern von Wasser-Bindungseigenschaften (Gel- und Sol-Zustand) abhängig. [1]
  • Die dreidimensionale Materie (Modell der Tensegrität nach Fuller) zeigt eine inhaltlich wechselnde Struktur (selbstähnliche fraktrale Geometrie nach Mandelbrot bzw. dynamisches Chaos zwischen starrem Kristall und turbulenter Flüssigkeit bzw. Gas) durch vielfach höhere Varianz der Zucker-Polymere (Kurzzeitgedächtnis) als die der Gene (Langzeitgedächtnis). [1]
  • Sie speichert Information als Ausdruck der Anpassung und Beantwortung (Redudanz) der ständigen Regulation auf biologische Prozesse, da sich Fibrozyt nicht alles „merken“ kann. Dieser produziert genetisch determinierte Polymere und sezerniert sie in die Matrix, wo sie verschiedene Strukturen annehmen kann und als Teil des Stoffwechsels und Informationsaustausches quasi das erweiterte Gedächtnis für Zelle darstellt.
  • Die kleinste Einheit, das Matrisom nach Grimaud und Lortat-Jacob besteht aus Proteoglykanen (PG) mit Core-Proteinen und Glykosaminoglykanen (GAG), Glykoproteinen (GP) wie Struktur- oder Vernetzungsglykoproteinen. [1,5]

Glykoproteine (GP)

Strukturglykoproteine (St-GP)

  • Kollagen (ein beim Kochen quellendes Eiweiß aus Fasern, besteht aus Kollagenfasern (1-10 µm),  Kollagenfibrillen (0,2 – 0,5 µm), Mikrofibrillen (30 – 100 nm), Protofibrillen (10 – 20 nm), Protokollagenfibrillen (4 nm) und diese wiederum aus Tropokollagen (1,5 nm), welches 280 nm lang, aus 3 Polypeptidketten besteht und je nach Quervernetzung unterschiedliche Zugfestigkeit besitzt [6], wofür die Aminosäuren Prolin und Lysin auch verantwortlich sind, man unterscheidet fibrilläres, fibrillen-assoziiertes, netzartiges, lang- bzw. kurzkettige Typen in div. o.g. Knorpel- und Gewebearten, Parenchym, Basalmembran und Schleim, sind nicht nur für die Stabilität, sondern auch Integrität und Konnexität der Zellen verantwortlich, ermöglichen wie keine anderer Bestandteil Informationsaustausch, aber auch Malignität, waren Anfang der 90er des 20.Jh noch 12 Typen [4], sind heuer schon 18 bekannt, werden durch katabole Enzyme wie Metallo-Matrix-Proteinasen (MMP) bzw. Kollagenasen, Gelatinasen, Stromelysine u.a. Serinproteinasen (SERP) abgebaut, Hemmung wiederum durch SERPIN bzw. TIMP) [1,9]
  • Elastin (gelblich erscheinendes Protein (0,2 – 1 µm), welches Tropoelastin enthält und sehr dehnbar ist, kommt in Lederhaut, Stroma, Kapseln, Gallenblasenwand, Darmwand, Aorta, Ligg. flava sowie Lig. nuchae vor) [6]

nicht-kollagene Vernetzungsglycoproteine (V-GP)

  • Fibronektin (das Verknüpfungsprotein, 20 versch. Formen, bindet u.a. Kollagen und Heparin bzw. Syndecan, verantwortlich für Adhäsionen und Angiogenese, wandelt sich im Knorpel zu Klebstoff Chondronektin um, wo Aggrecan Angiogenese verhindert, verfügt über Sequenz Leu-Asp-Val (LDV)) [1,4]
  • Laminin (vernetzt Basalmembrankollagen mit Glykokalyx und Integrinen, Wachstumsfaktor für Neuriten) [1,4]
  • Vitronektin (auch zelladhäsiv, findet sich in Plaques und bindet an Komplementsystem) [4]
  • Thrombospondin (fördert Thrombozytenaggregation an Endothelien, fördert wie Fibronektin Angiogenese, bindet an bone matrix protein (BMP) bzw. Kalzium und fördert Zellwachstum, verfügt wie andere CAM (s.u.) über RDG-Sequenz) [1,4]
  • Tenascin (in Mesenchymzellen, Sehnen und Wunden, verdrängt andere Adhäsionsproteine) [1,4]
  • weiterhin Nidogen bzw.Entactin [4], Undulin und SPARC bekannt [3]

Glykoproteine mit Erkennungsdomänen (Carbohydrate Recognition Domains bzw. CRD)

  • Lektine (erstmals in Pflanzen entdeckt, 1954 von William Boyd wegen ihres wählerischen Verhaltens der Zucker-Bindung benannt, auch auf Bakterienoberflächen, für Anheftung, Invasivität, aber auch Agglutination verantwortlich (passive Leistung der Lektine), unterscheiden sich je nach Bindung von Einfach- oder Mehrfachzuckern, regen Lymphozyten zur Teilung an (aktive Leistung der Lektine), Otto Prokop entdeckte in den 60ern des 20. Jh mit externen Lektinen Tumorzellen, Tumoren bilden und verändern ihre Lektine und sind so metastasierfähig [7] und bei Anwendung von Mistel mit wiederum pflanzlichen Lektinen eben nicht [1], div. Typen wie C-Typ, I-Typ, P-Typ usw. bekannt, gehören zur Gruppe der „pathogen recognition receptors (PRR)“ , die spezielle „pathogen associated molecular patterns (PAMPs)“ von Mikroorganismen erkennen und diese markieren [8], z.B. Mannose-bindende Lektine (MBL), welche in der Leber gebildet werden und für angeborene Immunität wichtig sind)
  • sind wie Ficolin verwandt mit den Selektinen (s.u.), gehören zur Gruppe der Kollektine [8]
  • sind wie auch Mindine an Bindung der Erreger zur Erkennung als AG (Mustererkennung) beteiligt, dadurch sind unterschiedliche Resistenzen und Anfälligkeiten gegenüber Erregern erklärbar, was bei Mangel an Niacin noch auffälliger ist [1]

Proteoglykane (PG)

  • wurde früher noch in intrazelläre, extrazelluläre, Zelloberflächen und Basalmembran-PG eingeteilt [4], versucht man heuer die funktionelle Einteilung [1]

Zell-Adhäsionsmoleküle (CAM), Zelloberflächen-, Basalmembran- bzw. Heparan-PG

  • zu den CAMs gehören interzelluläre (ICAMs), vaskuläre (VCAMs), neurogene (NCAMs) Immunglobuline (LAM, ELAM…) u.a. homing-Faktoren (HCAMs) [1]
  • Integrine (nicht in Erys, binden an Zelloberflächen und GP mit extrazellulärer Sequenz Arg-Gly-Asp (RDG), v.a. in Gefäßen für Diapedese, aber auch für Aggregation und Gerinnung sowie für Adhäsion von Lymphozyten (z.B. CD2,4,5,28, 40,70 u.a.) sowie Parasiten und damit Eosinophilie verantwortlich) [1,9,10]
  • Selektine (auch Leukozyten-Endothel-CAM mit div. Molekülen E-, L- und P-Selektin, transmembranal, lektinartig (s.o.), zelladhäsiv, fördern das „rolling“ zwischen Leukozyt (LAM) und Endothel (u.a. ELAM)) [9,10]
  • Cadherine (v.a. in Haut und Nerven, als E-, P-, N- und L-Cadherine [9] membrandurchsetzend, steuern Adhäsions- und Dispersionsvorgänge bei Teilung und Wachstum, in zonulae adherentes und Desmosomen) [1]
  • Connexine (Strukturelement der Nexus in gap junctions) [1]
  • Syndecan (das Zelloberflächen-PG für Rezeptoren) [1]
  • Perlecan (das Basalmembran-PG für Differenzierung und Organentwicklung, Knorpelzelle) [1]
  • Glypican (in Synapsen, für Wundheilung, Zellteilung und Chemotaxis) [1]
  • Agrin (in Synapsen, Rezeptoren) [1]

wasserbindende Chondroitin-PG bzw. Hyalectane

  • Versican (endständig an PG und Zuckern des Schleims, bindet an Hyaluronat, Kollagen und Lektinen, Gefäßwände) [1]
  • Aggrecan (bindet an Hyaluronat, Kollagen und Lektinen, im Knorpel, hier Verhinderung der Angiogenese)  [1]
  • Neurocan (bindet an Hyaluronat, ZNS) [1]
  • Brevican (bindet an Hyaluronat, ZNS) [1]
  • Appican (bindet an Hyaluronat, ZNS, ersetzt dort Kollagen) [1]

Glykosaminoglykane (GAG)

  • Hyaluronsäure bzw. HA (aus Fibrozyten, Astrozyten, Trägermolekül, Knorpel, Synovia, Glaskörper, wasserbindend, mitogen, kontrolliert Zellwachstum und -migration, aktiviert Granulozyten und Makrophagen, Hemmung durch Insulinmangel und Kortisongaben, Abbau durch Sauerstoffradikale und Hyaluronidase („spreading factor“) aus Mastzellen und Streptokokken) [1]
  • Heparin (aus Mastzellen und Basophilen, bindet an Kollagen, Fibronektin, Histamin in Anwesenheit von Zink, bindet wie ein Chelat auch Schwermetalle, aktiviert Parathormon, Tyrosinkinasen und Histaminase, hemmt Somatotropin, Aldosteron, ACTH und Angiotensin) [1]
  • weiterhin Chondroitinsulfat, Dermatansulfat, Keratansulfat [1,3]

Physiologie der Matrix bzw. die Grundregulation

Wachstum, Zelloberfläche und Basalmembran

  • Wachstumsfaktoren (GF) aus Fibroblasten, Makrophagen, Endothelzellen, Chondrozyten u.a. stimulieren Zellwachstum (z.B. Fibronektin, Laminin, TGF-ß) und -teilung (z.B. IL2, IL3 und PDGF) oder verhindern die Apoptose (z.B. IGF-1 und NGF). So stimulieren, hemmen bzw. balancieren die Produktion und damit Funktion der Grundsubstanz. [1,3]
  • Die Zelloberfläche bzw. Glykokalyx ist neben den Zellkontakten (Nexus bzw. jap junctions, Desmosomen bzw. zonulae adhärentes) für die Mobilität bzw. Penetration (Selektine, Integrine, Cadherine u.a. CAM) genauso verantwortlich wie für die Schleimbildung (Versican mit Sialinsäure), Erkennung (Lektine, Mindine u.a. Kollektine) und damit Entzündungs-, Allergie-, Autoimmunitäts- und Tumorentstehung verantwortlich.[1,4,7,8,9]
  • Über transmembranöse Proteine wie CAMs gelangen Informationen aus der Matrix in die Zelle und umgekehrt. Die Grundsubstanz stellt mit den PG auch die Basis der Synapsen und Rezeptoren dar. Vor allem an den Endothelien sorgen sie für das Anheften und Durchdringen der Immunzellen, welche in das extravasale Gebiet auswandern müssen.[1]
  • In der Basalmenbran stellen sie zusätzlich einen Speicher für Vitamin C dar und üben spezielle Funktionen in den Organen aus. Vitamin C fehlt im Tumorgewebe. [1]

dynamische Ordnung, Piezzo-Effekt und Information

  • V.a. die Strukturglycoproteine (St-GP) erfüllen eine formgebende Gerüstfunktion mit stärksten Zugeigenschaften (Tensegritätsmodell nach Fuller). Sie vermitteln zusätzlich adhäsive Eigenschaften. Kleinere Vernetzungsglycoproteine (V-GP) sind mehr druckbelastbar. Sie haben wie die GAG ein höheres Wasser-Bindungsvermögen. Neben ihrer adhäsiven Funktion sind sie in der Zelldifferenzierung und Angiogenese involviert. [3,9]
  • Durch die Struktur der Matrix ermöglichen Tunnel der hyperboloiden Strukturen im Rahmen der Bonnet-Transformation den Stofftransport. [1]
  • Dabei und beim Abfangen von Radikalen spielt die Kieselsäure eine besondere Rolle. Als Nanospacer stabilisieren und halten die Siliziummoleküle die Polysaccharide im geeigneten Abstand. [1]
  • Kollagene erzeugen extrazellulär je nach Druck, Zug oder Torsion einen Piezzo-elektrische Effekt sowie einen Thermoeffekt. Wasser verstärkt die Wärme- und Feld-Kapazität sowie die Halbleiter-Eigenschaften des Siliziums. [1]
  • Neben der DNA u.a. Zellsystemen schwingt die Zellmembran allein im Gigahertz bzw. Terahertz-Bereich (hochfrequentes elektromagnetisches Wechselfeld). Die Zellen wirken hier wie Transistoren. Über die maculae adherentes, zonulae occludentes und gap junctions entstehen funktionelle Zellverbände (gekoppelte Schwingkreise durch internes Entrainment). [1]
  • Jede Narbe, egal ob primär oder sekundär geheilt, entkoppelt durch das veränderte Membranpotential der gestörten bzw. gestört zusammenhängenden Zellen (Norm: ca. -70mV) diesen Schwingkreis und erzeugt je nach mechanischer Beanspruchung einen „neuen“ Piezzo-Effekt, was zu Impedanzen führt. (Das lehrt uns jedes EKG nach einem Herzinfarkt.)
  • Terminale Axone des vegetativen Nervensystems (VNS) informieren über Transmitter und Synapsen das ZNS über alle Vorgänge, wobei das Acetylcholin phylogenetisch älter ist und Bestandteil eines nicht-neuronalen Acetylcholin-bildenden Zellsystems (NNChS) ist. Jede Entzündungskaskade wird hier als inflammatorischer Reflex parasympathisch gestartet, wobei v.a. über die enterale Oberfläche der Psycho-Neuro-Immuno-Entero-Endokrine (PNIEE)-Komplex aktiviert wird (Tryptophan-Serotonin-Melatonin-Metabolismus). [1]

Biorhythmus, Adaptation, Stress und Altern

  • So genannte Uhrproteine finden sich in allen Zellen. Sie steuern in Abhängigkeit des Verhältnisses zwischen NADH und NAD bei Helligkeit die Transkription der Zellleistungen. [1]
  • Zahlreiche kosmische Einflüsse und v.a. die Schumann-Frequenz (7,83Hz) beeinflussen den gesamten Körper und damit die Organe (v.a. den Hypothalamus) sowie Zellen (externes Entrainment). Der Zirkadianrhythmus durch die Erdrotation ist der wichtigste Synchronisator aller rhythmischen Vorgänge, welche kohärent arbeiten (Chronobiologie). Dabei wirken die Ncll. suprachiasmatica als Taktgeber für die Hypo- und Epiphyse, welche wiederum durch die wechselnder Hormonproduktion die Zellen endokrin beeinflussen. [1] Jedem ist die Rhythmik der Thyroxin- und Kortisol-Produktion und damit Aktivität der Schilddrüse und Nebenniere und hoffentlich auch der Einfluss aller industriellen elektromagnetischer Schwingungen und Wellen (Elektro-Smog) bekannt.
  • Nicht nur die Telomere, sondern auch die Sklerose am Ende eines Adaptationsprozesses, beeinflussen die Qualität und Quantität der Zellteilung je nach Stoffumsatz bzw. die Apoptose. Dabei wirken sich geringe Körpertemperatur, Kalorienrestriktion und ein stabiles DHEA positiv sowie oxidativer Stress und Gewebsacidose negativ aus. [1]
  • Die nichtenzymatische Glykosilierung  mit Bildung von advanced glycation end-products (AGE) ist neben der Immundefizienz eine Alterserscheinung der Grundregulation. Die Mitochondrien steuern mit ihren Caspasen hierbei die physiologische Apoptose und verhindern die Nekrose, was mit einer Entzündung je nach Aktivierung von Interleukin 1 einhergeht. Letztere wird über die transmembranale Integrine, Interleukine  und so genannte DAMPS (s.u.) dem VNS gemeldet (z.B. Fieber, unspezifische Symptome wie Unwohlsein, Schwindel, Erschöpfung und Schmerz). [1]

Immunologie

  • Nicht nur die Zellen des Immunsystems, sondern die von ihnen und den Zellen des Bindegewebes produzierten und sezernierten Antikörper (AK) bzw. Immunglobuline (IG), Komplementfaktoren, Zytokine (Interleukine (IL) und Chemokine), Nekrose-, Adhäsions-, Penetrations-, kolonie-stimulierende und Wachstumsfaktoren belegen in ihrer sensiblen Zusammenarbeit die Verbindung beider Systeme.
  • Dabei spielen nicht nur die hier vernachlässigten Erreger und deren Glykokylyx, sondern auch die durch Zellfunktionsstörungen bzw. Nekrose auftretenden pathogenen (pathogen-associated molecular patterns bzw. PAMP) und beschädigten (damage-associated molecular patterns bzw. DAMP) Stoffe aus Erregern und Zellen eine Rolle bei der so genannten sterilen, versteckten (latenten), unbemerkten bzw. chronischen Entzündung („silent inflammation“) eine große Rolle. [10]
  • Daneben können je nach Reiz durch Umweltnoxen bzw. antigen-präsentierender Zelle (APC) über die Histokompatibilitätskomplexe MHC I (z.B. HLA-B27) aus allen Zellarten oder MHC II aus dendritischen Zellen, Endothelzellen und Lymphoten nicht nur die CD4- oder CD8-Rezeptor-tragenden T-Lymphozyten, sondern auch die entsprechenden Zytokine (z.B. Tumor-Nekrose-Faktor, IL6, IL12, IL23 oder Interferon) aktivieren. [10]
  • AG, PAMPs und DAMPs provozieren u.a. die Caspasen, welche vermehrt IL-1 aktivieren. Die auch von Fibroblasten und Endothelzellen durch CAM freigesetzten IL-1 und TNF sind immer verantwortlich für systemische pathologische (tachykarde Rhythmusstörung, RR-Dysregulation, Permeabilitätsstörungen, Hyperhidrosis, Schmerz) und protektive (Fieber, Produktion von Akut-Phaseproteinen und Leukozytose) Effekte. [10]
  • Dafür sorgen spezielle Rezeptoren, welche über diverse Kinasen (u.a. MAP-, Tyrosin- oder Januskinasen bzw. JAK-STAT-Signalwege) u.a. je nach Regulation durch SERPs die MMPs bzw. je nach IL4, IL10 bzw. SERPINs die TIMPs und weiterhin das NF-κB aktivieren. [1,10]
  • Eine hohe Assoziation mit dem Vorkommen von MHC I zeigen Pathologien wie Schleimhauterkrankungen bzw. speziell Synovialitiden. [11]

Literatur

  1. Heine H (2015) Lehrbuch der biologischen Medizin. 4. vollst. überarb. u. erw. Aufl. Haug
  2. Pischinger A (1998) Das System der Grundregulation. 9. überarb. Aufl. Haug
  3. Domschke W (1996) Bindegewebe und Innere Erkrankungen. Urban und Schwarzenberg
  4. Hay ED (1991) Cell Biology of Extracellular Matrix. 2nd Ed. Plenum
  5. Grimaud JA, Lortat-Jacob H (1994) Matrix receptors to cytokines: from concept to control of tissue fibrosis dynamics. Pathol Res Pract 190(9): 883-90
  6. Hierholzer K, Schmidt RF (1994) Pathophysiologie des Menschen. Chapman & Hall
  7. Gabius HJ, Rüdiger H, Uhlenbruck G (1988) Lektine. Spektrum der Wissenschaft 11: 50-61
  8. Steckenbiller JJM (2009) Plasmakonzentrationen der Kollektine Mannose-bindendes Lektin (MBL) und Surfactantprotein D (SP-D) bei Patienten mit chronischer Parodontitis. Diss, Berlin
  9. Siegenthaler W (2001) Klinische Pathophysiologie. 8. vollst. neu bearb. Aufl. Thieme
  10. Abbas AK, Lichtman AH, Pillai S (2015) Cellular and Molecular Immunology. 8th Ed. Elsevier
  11. Günter, U (2018) Entzündliche Gelenkerkrankungen neuraltherapeutisch behandeln. ZKM 10(03): 38-41