Dr. med. Uwe Günter biologische Orthopädie – Stress-Medizin – individuelle Entzündungsdiagnostik und Neuraltherapie Privatpraxis Privat- und Kassenärztliche Praxis

Sonographie bzw. Ultraschall-Untersuchung der Säuglingshüfte

Organisation

spezielle Lagerungsschale für Säuglinge

Bei Terminvergabe muss vorab nach einem schriftlichen Versicherungsschutz (Karte ist oft noch nicht vom Versicherer zugestellt worden) gefragt werden. Ohne diesen Nachweis wird die Untersuchung privat verrechnet und nachträglich vom Versicherer bei Nachweis der Rechnung übernommen. Natürlich kann die KVK im laufenden Quartal nachgereicht und die Rechnung storniert bzw. der Betrag zurückgezahlt werden.

Am Termin sollten Mutter und Kind Zeit haben bzw. satt sein (ggf. noch mal stillen). Die Anamnese (v.a. Geburts-, Familien- und eigenen Anamnese) wird bei Ankunft im Untersuchungszimmer erhoben. Für Garderobe, Taschen und Babyschale sollten leicht erreichbare Ablagen vorhanden sein, so dass die Aufmerksamkeit beim Kind erhalten bleibt. Es kann auf einem Wickeltisch bzw. kleinem Schrank mit Mülleimer für Windeln vorbereitet werden. Dabei reicht es aus, den Unterkörper frei zu machen und ggf. „farbiges“ zu entfernen. Die „farblose“ Windel kann verbleiben, auch wenn sie „feucht“ ist.

Die körperliche Untersuchung ist schmerzlos und hat das Ziel sichtbare Befunde zu objektieren und fühlbare Störungen (z.B. Gelenkschnappen) weiter zu untersuchen.

Zur eigentlichen Ultraschall-Untersuchung wird der Säugling seitlich in eine passende Baby-Schale (je nach Größe und Alter des Kindes muß die aufnehmende Schwester entsprechende Info weitergeben bzw. gleich die Schale verbreitern bzw. schmaler gestalten, was durch Seitenbacken und Klettverschlüsse funktioniert) mit frischer Windel hineingelegt und die Mutter gebeten, ganz nah beim Kind körperlichen und akustischen Kontakt zu halten.

Vom vorbereiteten Gerät (Name, Datum, Seite und Programm) wird der Schallkopf so vorbereitet, dass bei der zu untersuchenden Hüftregion (man beginnt mit der linken Hüfte) im Bild der Femur links und das Becken rechts erkennbar ist.

nun erfolgen Informationen für Studierende und Kollegen

Abtasttechnik nach Graf

Technik nach Graf

Standardsituation

  1. Knorpel-Knochen-Grenze des Femur,
  2. Hüftkopf, gel. mit Hüftkopfkern (nicht rund, nicht das Zentrum, oft halbmondförmig, kann Unterrand verdecken)
  3. Umschlagfalte (DD zu Labrum),
  4. Gelenkkapsel (DD zu intermuskulären Septen),
  5. Labrum acetabulare (liegt lateral distal vom hyalinen Knorpeldach, kaudal vom Perichondrium(loch) und immer an der sich vom Hüftkopf abhebenden Gelenkkapsel mit Hüftkopfkontakt),
  6. hyalin präformierter bzw. knorpeliges Pfannendach
  7. Os ileum mit
  8. knöcherner Erker (Umschlagspunkt von Pfannenkonkavität zur Gegenkrümmung bzw. Konvexität meist nach kleinem Schallloch) sowie
  9. Unterrand (nicht von Facies lunata bedeckt, aber Nachbarechos durch Pfannenboden, Fett, Bindegewebe, Lig. artt. capitis fem.)

Brauchbarkeitsprüfung

Morphologie

Morphometrie

Graduierung

mein erstes selbstgebautes Sonometer mit dem a-Winkel oben und dem b-Winkel unten:

Typ Ia bzw. b

Typ IIa+, a, b

Typ IIc

Typ D

Typ III a, b

Typ IV

Konsequenz

weitere Empfehlungen

  1. das Stillen von mind 4 besser 6 Monaten
  2. das Füttern ohne Kuhmilch-Eiweiß
  3. das Zufüttern mit Darmbakterien

Literatur

  1. Altenhofen L, Allhoff PG, Niethard FU (1998) Hüftsonographie im Rahmen der U3. Z. Orthop. 136 501-7
  2. Graf R (1989) Sonographie der Säuglinshüfte. 3. und überarb. Aufl. In Otte P, Schlegel KF (Hrsg.) Bücherei des Orthopäden. Bd. 43 Ferdinand Enke, Stuttgart
  3. Graf R (1989) Sonographische Diagnostik der Säuglinshüfte. Hans Marseille, München
  4. Graf R (2009) Warum Ausbildungskatalog für Hüftsonographie? Orthop. Mitteilungen 3/09: 344-9