Die angewandte Kinesiologie bzw. applied kinesiology (AK) ist eine aus den USA stammende Untersuchungs- und Behandlungsmethode. Im Mittelpunkt steht der quergestreifte Skelettmuskel, welcher auch durch das vegetative Nervensystem (VNS) unwillkürlich beeinflusst wird.

Verschiedene Regionen des Gehirns (u.a. Cortex und limbisches System mit dem Hippokampus und den Mandelkernen) beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern speichern Signale aus den bisherigen Erfahrungen und den aktuellen Lebensvergängen (und leider auch Krankheiten). Das Zwischenhirn mit dem Hypothalamus und der Hirnanhangsdrüse, diverse Nervenbündel sowie verlängerte Rückenmark mit der Formatio reticularis und den zahlreichen Nervenkernen verschalten alles und beeinflussen jede Muskelreaktion.

Mittlerweile wurde der Einfluss durch das Meridiansystem der Akupunktur nicht nur bei so genannten Triggerpunkten, sondern auch bei Organkrankheiten (z.B. Nacken- und Schultermuskeln bei Sinusitis, kranken Zähnen und Bissrelationsstörungen, Rücken-, Bauch- und Oberschenkelmuskeln bei Reizmagen und Reizdarm sowie Gesäß- und Fußmuskeln bei Unterleibsstörungen) empirisch gefunden.

Bei chronischen, versteckten und schmerzlosen Störungen ist bei dieser ganzheitlichen Diagnostik entscheidend, welcher gesunde Muskel eine Reaktion im Test hervorruft. Dies erfolgt durch standardisierte Untersuchungstechniken. Jeder durch den Untersucher gesetzte Reiz kann sofort bzw. innerhalb von ca. 10 sec. zu einer Veränderung der Spannung des zu testenden Muskels und damit zu einer Diagnose führen. Oft sind nun die Osteopathie, Homöopathie und Neuraltherapie gemeinsam mit Diäten, Infusionen und orthomolekularer Medizin indiziert.